10 Jahre Hamburger Stammtisch Wissenschaftskommunikation
Unser Stammtisch hat Jubiläum – seit Ende Mai gibt es uns zehn Jahre!
Ein kleiner Rückblick von Nicola Wessinghage
Es war am 31. März 2016, als wir uns zum ersten Mal in der Kneipe „Alles Elbe“ trafen: „Snapchat, Instagram & Co.“ war damals unser Thema. Gieselind Werner von der Universität Hamburg und der Astronomieblogger Stefan Gotthold berichteten von ihren Erfahrungen, Marcus Flatten stellte vor, was wir damals als Agentur Mann beißt Hund auf Snapchat machten.

Ankündigung des ersten Treffens zum Stammtisch Wissenschaftskommunikation
Ich erinnere mich noch gut an die Diskussion, ob es möglich sei, Fotos auch nachträglich auf Instagram zu posten oder ob das dem Konzept des Kanals so deutlich widerspreche, dass ein #latergram ein No-Go sei.
Schon daran zeigt sich, dass sich seitdem doch einiges in der Social-Media-Kommunikation verändert hat. Damals diskutierten wir darüber, ob ein Foto überhaupt nachträglich veröffentlicht werden dürfe. Heute werden in Reels und Stories Fotos und Videos oft aufwendig geplant, produziert und bearbeitet. Der unmittelbare Augenblick spielt dabei längst nicht mehr dieselbe Rolle.

Aktuelle Themen und gute Begegnungen
Seit dem ersten Treffen haben wir uns immer wieder über das ausgetauscht, was gerade neu war: Themen, zu denen es Diskussionsbedarf gab, neue Tools und Kanäle, über die wir mehr erfahren wollten. Social Video, Virtual Reality, Wissenschaftskommunikation auf TikTok, Chatbots, Messenger, Mastodon und ChatGPT sind nur einige Beispiele.
Daneben ging es aber auch immer wieder um Dauerbrenner: Wie bereite ich die Kommunikation eines Jubiläums vor? Was ist wichtig im Kontakt mit Journalist:innen? Und wie organisiere ich mich in einer Kommunikationsabteilung?
Die Grundidee unseres Stammtischs hat sich dabei nicht verändert: Austausch über aktuelle Themen, Inspiration durch Expert:innen und das Kennenlernen von Menschen aus den verschiedenen Bereichen der Wissenschaftskommunikation.
Von der Kneipe ins Netz
Auch größere Einschnitte konnten uns davon nicht abhalten. Als die Corona-Pandemie mit ihren Lockdowns Treffen in einer Kneipe unmöglich machte, verlegten wir unsere Veranstaltungen ins Netz.
Mit dem Effekt, dass sich den Hamburger Kolleg:innen nun Interessierte aus ganz Deutschland anschlossen. Auch unsere Expert:innen kamen plötzlich aus allen Teilen des Landes. Aus einem Hamburger Stammtisch entwickelte sich ein bundesweites Netzwerk. Das war so reizvoll, dass wir unsere Treffen auch nach der Pandemie weiterhin online organisierten.
Nach Jahren wieder ein Treffen vor Ort
Mitte 2024 markierte das Ende unserer Agentur Mann beißt Hund einen Einschnitt. Als Team hatten wir den Stammtisch initiiert und regelmäßig organisiert. Auch als freie Berater:innen, das war Marcus und mir schnell klar, wollten wir den Stammtisch weiter organisieren.
Eine gute Entscheidung. Anfang 2025 ging es weiter und wir nahmen uns vor, endlich auch wieder regelmäßige Treffen vor Ort zu planen.
Das klappte im August vergangenen Jahres das erste Mal: In den Räumen unseres Gastgebers, der Körber-Stiftung, haben wir uns mit Hamburger Journalist:innen über den lokalen Wissenschaftsjournalismus ausgetauscht.
Seitdem gestalten wir die Treffen bewusst abwechselnd online und vor Ort.
Improvisation als Thema zum Jubiläum
Zum Jubiläum gibt es nun wieder eine Einladung von einer Institution aus unserer Community. Das Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut wird in den neuen Räume in der Warburgstraße an der Alster unser Gastgeber sein.

Für den Abend haben wir uns ein Thema ausgesucht, das vom direkten Austausch an einem gemeinsamen Ort besonders profitiert: die Potenziale der Improvisation für die Wissenschaftskommunikation. Wir wollen über die grundsätzliche Haltung diskutieren, die uns hilft, sehr viel entspannter mit dem Unvorhersehbaren umzugehen. Und wir möchten Techniken des Improvisationstheaters kennenlernen, die für Vorträge, Podiumsdiskussionen oder Gespräche mit Journalist:innen hilfreich sind. Unsere Expertin ist Mignon Remé vom Improvisationstheater hidden shakespeare. Wir freuen uns wie jedes Mal auf bekannte und neue Teilnehmende.
Netzwerk für den Wandel
Die vergangenen zehn Jahre zeigen, wie wichtig Netzwerke wie der Stammtisch sind. Wir halten uns gegenseitig auf dem Laufenden, teilen Erkenntnisse und unterstützen uns mit Tipps, Ideen und Techniken. Eine gute Erfahrung für alle Beteiligten, auch für uns, die wir den Stammtisch organisieren.
Wir freuen uns, dass sich unsere Gemeinschaft immer weiterentwickelt, neue Menschen zu uns stoßen und die Community bereichern.
Zehn Jahre Hamburger Stammtisch Wissenschaftskommunikation zeigen: Kommunikation verändert sich beständig, durch die technischen Entwicklungen mittlerweile in rasantem Tempo. Um damit gut umgehen zu können, helfen Einblicke, Erfahrung und der Austausch mit anderen.
Deshalb passt das Thema unseres nächsten Treffens so gut zu diesem Jubiläum. Improvisation bedeutet nicht, ohne Vorbereitung zu handeln. Sie steht für die Haltung, offen für Neues zu bleiben, gemeinsam zu lernen und auch mit unerwarteten Entwicklungen umgehen zu können.
Das Neue gemeinsam zu erkunden, ist vermutlich eine der besten Strategien, um Veränderungen nicht mit Angst, sondern mit Offenheit zu begegnen. Darauf freuen wir, Marcus und ich, uns auch in den nächsten zehn Jahren.




KI-Bild(ChatGPT)